Das Gleichgewicht zwischen Gnade und Glaube

Gnade und Glaube
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Gnade und Glaube, zwei Seiten einer Medaille
Schauen wir uns einmal die beiden Begriffe an, Gnade und Glaube.

Zuerst den Begriff Gnade.
Wir definieren vom Wort Gottes her das Wort Gnade im Allgemeinen so: Gnade ist
unverdiente Gunst. Gnade ist also etwas, was wir bekommen, obwohl wir es nicht
verdient haben. Gnade ist etwas, für das wir weder bezahlt haben noch irgend eine andere
Leistung erbracht haben oder erbringen können.

Gnade in der Rechtswissenschaft.
Gnade ist in der Rechtswissenschaft die Befugnis, im Einzelfall eine rechtskräftig erkannte
Strafe ganz oder teilweise zu erlassen, sie umzuwandeln oder ihre Vollstreckung auszusetzen.
Gnade im Neuen Testament: durch Barmherzigkeit wird dem an Christus Glaubenden um Christi
willen die
Sünde nicht zugerechnet, sondern die fremde Gerechtigkeit Christi als eigene angerechnet.
Durch die Annahme des Evangeliums von der Heilstat Christi, die allein aus Gnade

(sola gratia) geschehen ist, erfolgt die Rechtfertigung allein durch den Glauben (sola fide).
(Quelle: Wikipedia)

Gottes Gnade bedeutet also, dass Gott mir die „fremde“ Gerechtigkeit von Jesus als meine
eigene Gerechtigkeit anrechnet.
2.Kor 5,21
Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir

Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

Röm 3,24
und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung,

die in Christus Jesus ist

Gottes Gnade steht für alle Menschen gleich zur Verfügung
Gottes Gnade ist eine feste Realität im Universum. Sie ist für jeden Menschen
gleich und da. Jesus starb am Kreuz für jeden Menschen.
Seine Gnade steht jedem Menschen zur Verfügung
Gnade steht auch für den bereit, der nicht an Jesus glaubt.
Auch für seine Sünden hat Jesus bereits bezahlt.

Das Sühneopfer, das Jesus erbracht hat, gilt jedem Menschen.
Nur durch den Glauben wird diese Gnade persönlich und aktiv.
Wenn sich jemand bekehren und glauben möchte, wird Jesus Christus
nicht noch einmal auf die Erde kommen um für ihn zu sterben.
Sein Opfer ist einmalig und ist ausreichend für jeden der glaubt.
Jesus hat jede Sünde der gesamten Welt am Kreuz bezahlt.
1. Joh. 2, 1+2
1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand
sündigt – wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren,
sondern auch für die ganze Welt.

Titus 2,11 Denn die Gnade Gottes (Jesus Christus) ist erschienen, heilbringend allen
Menschen,

Mit dieser Gnade hat Gott allen Menschen die Erlösung zur Verfügung gestellt.
Gnade bedeutet jedoch nicht nur Vergebung von Sünde. Gnade bedeutet auch:

Gott handelt aus Gnade an Menschen und durch Menschen.

Apg 4,33 Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung
des Herrn Jesus ab; und große Gnade war auf ihnen allen.
Apg 20,32 Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.

Unser Glaube, die zweite Seite der Medaille.

Christlicher Glaube ist Hinwendung zum christlichen Gott und richtig verstandene
Abwendung von sich selbst. Er gilt darum als unvereinbar mit Selbstruhm und dem
Vertrauen auf eigenes Tun (Röm 3,20–28 EU). In dieser antwortenden Hinwendung
des christlichen Gläubigen liegt zugleich ein aktives, nach außen und anderen Menschen
zustrebendes Moment. Der christliche Glaube kann und will zur tätigen Liebe (Gal 5,6 EU)
bewegen, und zwar gegenüber den Nächsten wie gegenüber sich selbst.
Der Glaubensbegriff
wandelt sich in seiner Bedeutung innerhalb der christlichen Bibel.
Eine mögliche Definition nimmt der neutestamentliche Autor des Hebräerbriefs vor:
„Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen,
die man nicht sieht“ Hebr 11,1 EU  (Quelle Wikipedia)

Ich erinnere mich daran, dass uns gelehrt wurde: je größer der Glaube, um so mehr kann
ich von Gott bekommen, um so sicherer erhört Gott meine Gebete.
Wir brauchen mehr oder auch größeren Glauben damit Gott sich bewegt und wir etwas von ihm
bekommen und er unsere Gebete erhöhrt.

Ist das wirklich so?
Ich möchte vorausschicken:
Gott hat uns durch Jesus Christus, sein Sterben und auferstehen, bereits alles zur Verfügung
gestellt was wir jemals brauchen werden. (Eph. 1,2,5 usw.)

Jesus rief am Kreuz: „Es ist vollbracht.“
Wir können nun das, und nur das durch Glauben von Gott erhalten, was uns durch Jesus bereits zur
Verfügung gestellt wurde.
Gottes starken Arm bewegen.
Wir können und brauchen nicht durch mehr Glauben „Gottes Arm verbiegen“ damit er das tut,
worum wir ihn bitten. Alle Christen haben den gleichen kostbaren Glauben empfangen.
Es gibt keinen Unterschied im Maß des Glaubens.
Die Jünger haben Jesus einmal gebeten ihren Glauben zu vermehren.
Luk. 17,5-6
5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben!
Die Bitte: Herr, vermehre unseren Glauben beantwortet der Herr Jesus mit dem
Hinweis auf „den Senfkornglauben“ der ausreichend ist um Berge zu versetzen.
6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu
diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer!
Und er würde euch gehorchen.

Es geht also nicht darum einen „großen Glauben“ zu haben.
Gott teilt jedem DAS Maß des Glaubens zu.
Röm. 12,3
3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist,
nicht höher <von sich> zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf
bedacht zu sein, dass er besonnen sei,
wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.
Hier steht nichts von unterschiedlichen Maßeinheiten
Wir haben alle diesen gleichen Glauben von Gott empfangen weil Jesus unsere Gerechtigkeit
geworden ist. Niemand ist mehr errettet als ein Anderer. Niemand soll mehr von sich halten und
sich über seinen Nächsten stellen und verächtlich auf ihn heruntersehen, denn Gott hat jedem
von uns das gleiche Maß des Glaubens zugeteilt.
Niemand von uns ist auch gerechter als sein Nachbar.
Wir profitieren alle von der gleichen Gerechtigkeit die Jesus durch sein Leiden und Sterben für
uns bei Gott erworben hat.

Gerechtigkeit aus Glauben
Röm. 3,21-24

21 Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch
das Gesetz und die Propheten:

22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben.
Denn es ist kein Unterschied,

23 denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes
24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung,
die in Christus Jesus ist.

Wir haben den gleichen Glauben wie Petrus.
Du hast den gleichen Glauben wie Petrus ihn auch hatte.

Was unterscheidet uns vielleicht doch von einem „Glaubenshelden“ wie z.B. Paulus einer war?
Die Erneuerung deines Sinnes durch das Wort Gottes.
Dann kannst du durch deinen Glauben nehmen, was der Herr dir bereits zur Verfügung gestellt hat.

Einer der Schlüssel scheint uns zu sein, dass das Wort Gottes wie ein Spiegel ist.
Beispiel: du hast noch nie dein eigenes Gesicht gesehen.
Du musst dem glauben was du im Spiegel siehst. (konvex oder konkav?)
Das Wort Gottes ist wie ein Spiegel. Ich kann / muss glauben was ich darin sehe und darin steht.
1.Kor. 13,12
12 Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu
Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich
erkannt worden bin.

Ein entscheidender Punkt in unserem Christsein ist das Verständnis der Ausgewogenheit zwischen Gottes Gnade und unserem Glauben. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es diesbezüglich 2 verschiedene Ansichten in den unterschiedlichen Gemeinden gibt.

Auf der einen Seite
wird gepredigt, dass wir errettet sind durch Gottes Gnade.
Wir sind errettet weil Gott ein gnädiger Gott ist und er Jesus zum Sühneopfer für uns gemacht hat.
Durch Jesus sind wir erlöst. Seine Gnade hat uns gerechtfertigt und wir sind errettet.
Röm 3,24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung,
die in Christus Jesus ist
.

Niemand, der den Herrn Jesus Christus kennen gelernt hat, kann daran zweifeln.
Weil Gott souverän ist, hat er die Kontrolle über die Angelegenheiten dieser Welt.
Alles hängt ab von seiner Gnade.
Psalm 115,3
Unser Gott ist in den Himmeln; alles, was ihm wohlgefällt, tut er

Jesaja 46,10
der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her,
was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche:
Mein Ratschluß
soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus,
Daniel 2,21 sagt, dass „er andere Zeiten und Stunden herbeiführt; Könige absetzt und
Könige einsetzt; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand“.

Nichts in dieser Welt geschieht aus Zufall, noch hat Gott uns uns selbst überlassen, um unser
Leben unabhängig von ihm zu meistern.
Er ist der Herrscher dieser Welt und er herrscht tatsächlich über die sich verändernden Zeiten,
setzt Könige und Kanzler ein, und überwacht ihren Niedergang – Gott lässt alles geschehen.
Wir können ruhen in dieser herrlichen Wahrheit,
Die Herrschaft ruht tatsächlich auf den Schultern des Herrn.
Jes 9,6
Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron
Davids und über seinem Königreich, es zu festigen
und zu stützen durch Recht und
Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen
wird dies tun.

Aus diesen Versen wird abgeleitet, dass Gott alles in seiner Hand hat. Deshalb kann nur
geschehen, was Gott zuvor bestimmt hat. Gott ist souverän und alles (hoffentlich) Gute geschieht,
weil Gott gnädig ist. Es ist alles aus Gnade.

Die andere Seite:
Die andere Seite predigt, dass unser Handeln, unser Verhalten ob gut oder böse einen
entscheidenden Einfluss auf Gottes Umgang mit uns hat. Gott kann und wird deine Gebete nicht erhören wenn du nicht alle Sünden bekannt und bereinigt hast.
Je heiliger dein Leben, umso besser ist deine Beziehung zu Gott.
Wir müssen einiges dazu beitragen, damit Gott positiv auf uns reagiert.
Dazu gehört selbstverständlich, dass wir durch eifriges Bibelstudium und viel Gebet dafür
Sorge tragen,dass unser Glaube stark wird. Unser Glaube und viel Gebet ist die Kraft,
die Gottes starken Arm bewegt. Oft werden dafür einige Verse aus dem AT herangezogen,
die von der starken Hand Gottes reden.
Wie z.B. Hes 20,34
Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern,
in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und
mit ausgegossenem Grimm sammeln.

oder Psalm 136, 11+12 usw.

Auf der anderen Seite sind viele Christen der Meinung, dass ihre Leistung an Bibellesen und
Gebet ihnen Pluspunkte bei Gott einbringen wird. Die Wahrheit ist aber, wenn du glaubst
durch dein eigenes Verhalten, durch eigene Leistung, durch was du tust dazu beitragen
zu können, damit Gottes Wirken in deinem Leben sichtbar wird, dann hast du die Gnade
Gottes blockiert.
Da stellt sich die Frage: für welchen Teil ist Gott verantwortlich und welchen Einfluss hat mein
eigenes Verhalten, mein Tun auf meine Beziehung zu Gott?
Von welchen dieser beiden Seiten bin ich geprägt worden, welche dieser beiden Seiten
haben Einfluss auf meine Leben?

Die Bibel lehrt uns deutlich, dass Gnade und Glaube in einem ausgewogenen Verhältnis zu
einander stehen müssen. Z.B. wenn es um unsere Errettung geht.
Eph 2, 8+9
8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes
Gabe ist es;
9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Wir sind errettet aus Gnade durch Glauben. Gottes Anteil ist Gnade, unser Anteil ist Glaube.
Es ist aber nicht falsch, wenn wir sagen: „durch Gnade sind wir gerettet.“
So steht es in Eph 2,5
5 auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht
durch Gnade seid ihr errettet!

Wenn man dann aber Tit. 2,11
11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen,

mit diesem Vers verbindet, könnte man leicht einen falschen Schluss ziehen,
Gott ist ja ein gnädiger Gott und jeder Mensch ist gerettet, weil Gnade für alle Menschen da ist.
Also ist jeder Mensch automatisch auch ein geretteter Mensch. Alle Menschen kommen in
den Himmel, weil Gott gnädig ist und niemanden in die Hölle schicken kann.
Das wird im Allgemeinen als Allversöhnung bezeichnet. Dem ist aber nicht so.
Bei diesem Gedankengut fehlt ein wichtiger Bestandteil zu unserer Errettung.
Es fehlt unser Anteil an der Errettung.
Unser Anteil daran ist unser Glaube. Ohne Glauben an die Gnade Gottes, ohne Glauben an
die Erlösungstat Jesu ist noch niemand errettet worden.
Glaube ist unsere Antwort auf die von Gott durch Jesus uns zur verfügung gestellte Gnade.
Eph 2,8+9
8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch,
Gottes Gabe ist es;

Die Gnade Gottes steht uns immer zur Verfügung und unser Glaube ist die Antwort auf
Gottes Gnade.
Schauen wir uns zuerst einmal diese beiden Begriffe Gnade und Glaube näher an.

Ein Beispiel für das Gleichgewicht von Gnade und Glaube haben wir im Buch
„Leben im Gleichgewicht von Gnade und Glaube“ von Andrew Wommack gelesen.
Natrium ist eine giftige Substanz. Wenn du genügend zu dir nimmst, wirst du unweigerlich sterben.
Das Gleich gilt auch für Chlorid.
Zusammengemischt ergibt das Natriumchlorid.
Natriumchlorid ist Salz, ohne das wir Menschen nicht leben können.
Genau so verhält es sich mit Gnade und Glaube.
Wird nur Gnade gelehrt, wird uns das auf einen falschen Weg führen.
Ich kann ja tun und lassen was ich will, Gott ist ja gnädig und vergibt alles.
Wird nur Glaube gelehrt, muss ich bemüht sein, meinen Glauben so zu stärken, weil alles von
meinem Glauben abhängt. Leicht kann ich mich da unter das Gesetz begeben oder in ein
Leistungsdenken verfallen.
Gesetzmäßigkeiten des Glaubens
Eine Gesetzmäßigkeit, die oft falsch verstanden wird ergibt sich aus
Math. 21, 22 Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.  
Glaubend begehren heißt nichts anderes als sich das zu Eigen machen, was der Herr
Jesus  für uns am Kreuz erworben hat.
Was bedeutet „was immer?“
Ich kann nur das von Gott bekommen, was er durch Gnade bereits für uns zur Verfügung
gestellt hat, indem ich es glaubend annehme.